An dieser Stelle gebe ich den kambodschanischen Wählern eine Stimme. Da sie in ihrem eigenen Land nicht immer so ehrlich über Politik und Wirtschaft sprechen können, bleiben sie natürlich hier anonym. 

Blog Sarah Thust„Ich weiß noch nicht, wen ich wählen werde. Mein Cousin hat gesagt, dass ich für die Opposition stimmen sollte, um der derzeitigen Regierung einen Denkzettel zu verpassen, aber ich denke, dass das nicht so viel bewirken würde wie z.B. in Frankreich. Wir alle haben Angst vor den kommenden Wahlen, weil wir Konflikte  wie in Burma fürchten – oder Schlimmeres.

Protests in Phnom Penh
Protest für die Freilassung des kritischen Journalisten Mam Sonado © sat

Ich würde eine starke Opposition wählen, aber die Parteien sind hier nicht sehr stark. Der Führer der Partei Sam Rainsy lebt im Exil in Australien, weil er in Kambodscha wegen Volksaufhetzung und Zerstörung von Eigentums verurteilt wurde. Auf der anderen Seite gibt es den Führer der Human Rights Party (Partei für Menschenrechte), der nur spricht und nie handelt. Unterm Strich stehen diese beiden Oppositionsparteien, die einander bekämpfen anstatt ihre Kräfte zu vereinen.“

(Weiblich, 22 Jahre alt)

In Kambodscha liegt die Wahlbeteiligung bei mehr als 70 Prozent, da die politische Mitsprache hoch angesehen ist. Dennoch, wer die Regierung stark kritisiert, dem könnte bald eine Gefängnisstrafe drohen wie dem kritischen Journalisten Mam Sonado. Er wurde zu 20 Jahren Haft wegen des Aufrufs zur Rebellion verurteilt.