Wer hat den größeren Atomwaffenknopf? Donald Trump protzte am Dienstag gegen Nordkorea. Damit erntet er mal wieder viel Spott im Netz.

US-Präsident Donald Trump hat sich im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm erneut via Twitter mit Staatschef Kim Jong Un angelegt.

Kim hatte in seiner Neujahrsansprache erklärt, dass der „Atomwaffenknopf immer auf seinem Schreibtisch“ sei, schrieb Trump am Dienstagabend (Ortszeit) und bezog sich dabei auf eine Äußerung Kims in dessen Neujahrsansprache vor zwei Tagen.

„Mein Knopf ist größer, mächtiger und er funktioniert“

„Wird jemand aus seinem verarmten und ausgehungertem Regime ihn bitte darüber informieren, dass auch ich einen Atomwaffenknopf habe“, so der US-Präsident. „Aber er ist viel größer & mächtiger als seiner, und mein Knopf funktioniert!“

Die Spannungen im Konflikt um Nordkoreas Raketen und Atomprogramm haben sich im vergangen Jahr verschärft. Die USA und die Regierung in Pjöngjang überzogen sich gegenseitig immer wieder mit Drohungen und Kriegsrethorik.

Internet-Nutzer verspotten den Präsidenten – mal wieder

Es ist nicht der einzige Tweet von Trump, der am Mittwoch für Diskussionen im Netz sorgt. Längst ist bekannt, dass der US-Präsident schon im Wahlkampf soziale Medien – insbesondere Twitter – instrumentalisiert hat.

Für seine Provokationen erntet er immer wieder Kritik – so auch für seinen Kommentar zum „Atomwaffenknopf“. „Wenn Trump jetzt noch in der AfD wäre und er wegen fremdenfeindlicher Äußerungen gegen Nordkoreaner von Twitter gesperrt würde – das Internet würde explodieren, auch ohne Knopf“, schreibt ein Twitter-Nutzer aus Deutschland.

Ein Journalist aus den USA entgegnet dem Kommentar von Trump mit einer Portion Sarkasmus: Was, hoffen wir, sollte passieren, wenn Trump den #NuclearButton drückt? Ein Auszug aus der US-amerikanische Zeichentrickserie „Family Guy“ zeigt: Das könnte für Trump ins Auge gehen.

Auch bei anderen Zeichentrickserien wie den „Simpsons“ bedient sich mancher Twitter-Nutzer.

Mächtigster Mann der Welt

Doch auch ernstere Töne sind dabei zu vernehmen: „Jeden Tag im Jahr 2018, an dem wir aufwachen und erleben, dass Donald Trump nicht den ganzen Planeten mit seinem großen nuklearen Knopf in die Luft gejagt hat, ist ein Triumph, also freut euch“, schreibt ein User.

Von einem anderen heißt es: „Dieser Verrückte ist immer noch die mächtigste Person auf dem Planeten, mit der Fähigkeit, die Zerstörung der Welt in etwas mehr als vier Minuten anzuordnen.“

Nicht ganz so mächtig, aber auch mit vielen Knöpfen auf dem Schreibtisch war Stefan Raab, als er noch „TV Total“ auf ProSieben moderierte.

Nordkorea bietet Dialog mit Südkorea an

Im Konflikt schlug Kim Jong Un in seiner Neujahrsansprache dabei auch moderatere Töne an und bot Südkorea einen Dialog zum Abbau der Spannungen an. Südkorea nahm am Dienstag das Gesprächsangebot an und schlug für ein erstes Treffen von Vertretern beider Seiten seit zwei Jahren den 9. Januar vor.

Die USA reagierten zurückhaltend und warnten Nordkorea vor weiteren Raketentests.

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Autorin | Sarah Thust

Zuletzt aktualisiert | 03.01.2018

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