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Die Tuk-Tuk-Fahrer nerven Sie? Auf dem Markt zahlen Sie doppelt so viel wie Einheimische? Ihre Freundin glaubt an Geister? Ein neues Seminar in Phnom Penh federt den Zusammenprall zweier grundverschiedener Kulturen und Lebenswelten ab.
 
Die Leipziger Kommunikationsexpertin Sarah Thust und ihre kambodschanische Kollegin Tiara Sum führen Geschäftsleute, Auswanderer und Touristen über die Stolperfallen kambodschanischer Kultur ein. Nach neun Theoriestunden führen sie ihre Schüler in die freie Wildbahn – auf Exkursion. Die KAZ gibt Ihnen einen Einblick.

Wussten Sie, dass Kambodschaner sarkastische, ehrliche, wundervolle und hart arbeitende Menschen sind? Begleiten Sie mich – und die KAZ – auf eine Entdeckungsreise durch die Welt der Kambodschaner. Aber Vorsicht! Dieser Weg wird Sie direkt in die Herzen Ihrer Nachbarn, Mitarbeiter oder Ihres Partners führen.

Dienstag, 01. November 2011: An diesem Abend ziehe ich in meine erste Wohnung in Kambodscha ein. Vor meiner Tür sitzt ein 55-jähriger, magerer Mann im Schneidersitz. Wer sein Lächeln sieht, der will sofort den Weltfrieden ausrufen. Seine entwaffnende Ruhe bringt mich aus dem Konzept. Ich laufe entschlossen auf ihn zu, finde ein verwirrtes Lächeln und strecke meinen Arm aus. Nicht mehr Herrin meiner Sinne, will ich seine Hand schütteln. Die Augen des Männleins weiten sich, während er sich ausweichend zurücklehnt wird mir das Ausmaß meines Verbrechens klar und ich entschuldige mich enthusiastisch.

Damals stand ich am Scheideweg. Will ich die Auswanderin im Elfenbeinturm oder Teil einer treuen Gemeinschaft werden? Der Mann vor meiner Tür war der Nachtwächter des Hauses und ich sollte noch zahlreiche Gelegenheiten haben, meinen Fehler wieder gut zu machen. Wir wurden enge Freunde, weil ich bald seine Sprache sprach und immer wieder dumme Fehler machte, die uns zum Lachen brachten.

Hat man einmal die Beziehungsstrukturen und die Kommunikationswege der Khmer verstanden, wird Kambodscha zum Königreich der Wunder. Nirgendwo können Sie Menschen so einfach so nah kommen.

Nun aber zum Ernst des Lebens: Das bedeutet harte Arbeit. Ganz automatisch werden Sie Ihre eigenen kulturellen Marotten entdecken, während Sie die Puzzleteile der kambod-schanischen Kultur auflesen und zusammensetzen. Wenn Sie diesen Regeln folgen, dann werden Sie viel Freude an Ihrer Zeit in Kambodscha haben:

Beobachten: Achten Sie bei der Begrüßung und Verabschiedung auf Ihren Gesprächspartner und ahmen Sie seine Bewegungen nach. Beobachten Sie die Verkäufer am Straßenrand, Ihre Nachbarn oder die Schüler auf der Straße, so müssen Sie sich nicht mehr an wage Klischees halten.

Mutig sein: Kambodschaner sprechen ein besseres Englisch als Thailänder oder Vietnamesen. Sie sind außerdem erfrischend offen, also zögern Sie nicht nachzufragen. Tuk-Tuk-Fahrer und Touristenführer sind die besten Ansprechpartner und freuen sich, wenn sich jemand für Ihre Kultur interessiert. Werden Sie jedoch nicht leichtsinnig. In Touristenzentren sind wie in jedem anderen Land Betrüger unterwegs.

Ausgetretene Pfade verlassen: Wählen Sie Fahrer, die nicht sofort auf Sie zustürzen und sich anbieten. Ruhige, schüchterne Menschen haben die interessantesten Geschichten zu erzählen.

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