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Hate Speech – Das hilft gegen den Hass im Internet

Hate Speech – Das hilft gegen den Hass im Internet

Gegen Hasskommentare im Internet kann jeder etwas tun. Schon wer mitredet, gibt anderen das Gefühl, nicht alleine zu sein. Doch auch Selbstschutz spielt eine Rolle

t-online.de News„Du dumme Bio-Fotze“, ruft ein Mann durch den Supermarkt. Die Beleidigung soll wohl einer Frau gelten, die Bioprodukte im Korb hat. Die Frau schaut irritiert, denn den Mann hat sie in ihrem Leben noch nie gesehen. Das klingt unrealistisch? Richtig, es ist ein erfundenes Beispiel. Es soll zeigen, in welche Situationen aktive Internetnutzer regelmäßig geraten.

Die scheinbare Unsichtbarkeit im Netz enthemmt virtuelle Diskussionen maßgeblich, schreibt Ingrid Brodnig in ihrem Buch „Der unsichtbare Mensch“. Manche Menschen tun, was sie sonst nie wagen würden. Und wer sich genau in dieser Welt für etwas Gutes einsetzt, landet schnell im Visier von „Trollen“, „Hatern“ und Extremisten. Deren Kommentare gehen dann oft über Beleidigungen hinaus, manche drohen sogar mit Mord oder Vergewaltigung.

Welche Folgen haben harsche Kommentare?

Das respektlose Gegeneinander im Internet sorgt immer wieder für Diskussionen – in der Politik und in der Gesellschaft. Manche fordern strengere Gesetze, andere fordern mehr Initiative der Bürger. In Deutschland wurde das Netzwerkdurchsetzungsgesetz eingeführt, um solche Kommentare in den Griff zu bekommen. Ob es die Probleme löst, ist umstritten. Fakt ist: Solche üblen Kommentare und Nachrichten können heftige Folgen haben.

„Worte sind ein Mittel, um Menschen aus einer Gruppe auszugrenzen und psychischen Abstand zu erzeugen“, erklärte Diplom-Psychologin Dorothee Scholz in einem Interview mit der Amadeu-Antonio-Stiftung. Das könne sogar dazu führen, dass manche Menschen den betroffenen Gruppen emotional die Menschlichkeit aberkennen. „Diese Entwertung ist sogar auf neuronaler Ebene nachweisbar: Derart reduzierte Menschen werden dann zum Teil in Regionen des Gehirns verarbeitet, die für Gegenstände zuständig sind. Damit ist auch die Fähigkeit zur Empathie stark verringert.“

Über Sprache werde so ein Klima geschaffen, in dem die psychischen Hemmschwellen zur Gewaltausübung gegen bestimmte Personengruppen sinke. Während die Täter oft anonym bleiben und nicht verfolgt werden, werden teils sogar private Daten der Beschimpften gegen deren Willen im Internet verbreitet. Einige mögliche Folgen sind laut Scholz: Hilflosigkeit, Angst, Scham, starke Verunsicherung, sozialer Rückzug und körperliche Erkrankungen.

Doch wer so einen „Shitstorm“ abbekommt, der muss ihn nicht kommentarlos hinnehmen. Kampagnen wie „No Hate Speech“ der Neuen Deutschen Medienmacher klären darüber auf, was dagegen unternommen werden kann. In jedem Fall raten die Experten: Wer die Kraft hat, sollte mitdiskutieren. Darüber hinaus hat t-online.de einige Ratschläge gesammelt.

Sie wollen weiterlesen? Die Fortsetzung des Textes gibt es auf t-online.de.

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Autorin | Sarah Thust

Zuletzt aktualisiert | 24.10.2018

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