Die meisten kennen sie nur von Ketten oder Ohrringen. Adel Al Nassar aber weiß, wo Perlen in der Natur zu finden sind. Als Perlentaucher sucht er nach ihnen, um sie zu verkaufen.

Fast jeden Tag geht Adel Al Nassar auf Schatzjagd. Dafür muss er erst mal weit aufs Meer hinausfahren. Wellen plätschern dabei gegen sein kleines weißes Boot. Das Benzin gluckert im Motor.

Adel Al Nassar lebt in Bahrain. Das Land liegt im Nahen Osten. Seit Jahren fährt er jeden Morgen raus aufs Meer. Dort sucht er nach Perlen – also nach weißen, glänzenden Kugeln. Aus ihnen wird oft Schmuck gemacht.

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Manche Perlen sind winzig. Hier siehst du eine auf der Messerspitze. ©sth
Manche Perlen sind winzig. Hier siehst du eine auf der Messerspitze. ©sth
Passagiere © Sarah Thust
Passagiere © Sarah Thust
Eine Perle in der Muschel ©sth
Eine Perle in der Muschel ©sth
Perlen aus Bahrain ©sth
Perlen aus Bahrain ©sth
Adel Al Nassar fährt zum Perlentauchen mit seinem Boot aufs Meer. ©sth
Adel Al Nassar fährt zum Perlentauchen mit seinem Boot aufs Meer. ©sth
Adel Al Nassar taucht nach Muscheln und hofft, dass er darin Perlen findet. ©sth
Adel Al Nassar taucht nach Muscheln und hofft, dass er darin Perlen findet. ©sth
Adel Al Nassar taucht nach Muscheln und hofft, dass er darin Perlen findet. ©sth
Adel Al Nassar taucht nach Muscheln und hofft, dass er darin Perlen findet. ©sth
Adel Al Nassar klettert nach dem Tauchen wieder auf sein Boot. ©sth
Adel Al Nassar klettert nach dem Tauchen wieder auf sein Boot. ©sth

Adel Al Nassar nennt die Perlen «Lo-Lo», das ist Arabisch. Wer Perlen finden will, braucht eine Portion Glück, meint er. «Außerdem muss man die pralle Sonne aushalten, denn die Temperatur kann hier auch mal auf über 50 Grad Celsius steigen.»

Für die Suche nach den Perlen braucht Adel Al Nassar Handschuhe, ein Netz, einen leeren Plastik-Kanister und eine Taucherbrille. Mit den Handschuhen schützt er seine Hände vor den Kanten der Muscheln und Steinen unter Wasser.

Weit draußen auf dem Meer stoppt der Perlentaucher sein Boot und springt ins Wasser. Auf einer Sandbank findet er seinen Schatz: Austern. In jeder dieser Muscheln könnte eine Perle stecken. Darum sammelt Adel Al Nassar die großen Austern ein und legt sie in das Netz. Eine halbe Stunde lang taucht er auf und wieder ab. Das Wasser hier ist etwas mehr als zwei Meter tief. Stehen kann er also nicht.

Perlentauchen
Adel Al Nassar klettert nach dem Tauchen wieder auf sein Boot. ©sth

Mit klitschnassen Klamotten klettert Adel Al Nassar danach zurück an Bord. Dort kippt er die Austern auf den Boden des Bootes. Mit einem Messer öffnet er die Muscheln. Dann schiebt er mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig das Muschelfleisch zur Seite und tastet nach Perlen. Manchmal sind die Perlen so winzig, dass man sie kaum fühlt.

In wenigen Minuten hat Adel Al Nassar alle Muscheln geöffnet. Heute hat er nur drei ganz kleine Perlen gefunden. Trotzdem lächelt er. «Ich kann mir nicht vorstellen, eine andere Arbeit zu machen», sagt er und wirft die Muscheln wieder ins Wasser zurück. Denn wenn man sie vorsichtig genug öffnet, können sie danach weiterleben.

Adel Al Nassar ist einer von nur noch wenigen Perlentauchern in Bahrain. Diese leben davon, dass sie Perlen finden und sie weiterverkaufen. Doch die Suche lohnt sich nicht mehr so wie früher. Für eine runde Perle, die etwa so groß ist wie ein kleiner Fingernagel, haben die Taucher vor ein paar Jahren noch 2000 Euro bekommen. Mittlerweile verdienen sie weniger als die Hälfte.

Dabei dauert es manchmal Monate, bis ein Taucher eine so große und schöne Perle findet. Und es ist sehr anstrengend. Adel Al Nassar weiß deshalb nicht, wie lange er noch nach Perlen tauchen kann. «Ich muss meine Familie davon ernähren», sagt er. Trotzdem will er weitermachen, solange es geht. Schließlich haben nur wenige Menschen einen so schönen Arbeitsplatz wie er.

Schräg und schlau: Wie kommt die Perle in die Muschel?

Perle
Eine Perle in der Muschel ©sth

Manche Muscheln schimmern im Inneren wie ein Regenbogen. Dieses Material nennt man Perlmutt. Muscheln machen ihr Perlmutt selbst – unter anderem aus Kalk. Mit dem Perlmutt reparieren die Muscheln beispielsweise ihre Schale. Und sie schützen sich.

Denn manchmal verschluckt die Muschel etwas, das sie nicht gebrauchen kann. Zum Beispiel winzige Teilchen, die im Wasser umherschwimmen. Die versucht sie dann mit ihren winzigen Härchen wieder rauszuwerfen. Funktioniert das nicht, bildet die Muschel eine Schale aus Perlmutt um den winzigen Gegenstand. So kann er nicht mehr stören.

Schicht für Schicht macht die Muschel diesen Panzer immer dicker – wie bei einer Zwiebel. Die Kugel, die daraus entsteht, nennen wir Perle.

Hintergrund: So entsteht eine Perlenkette

Echte Perlen aus der Natur haben einen besonderen Glanz. Doch nach den passenden Perlen für eine Perlenkette muss man manchmal jahrelang suchen. Denn die Perlen müssen zum Beispiel die gleiche Farbe haben und schön rund sein.

Bahrain
Perlen aus Bahrain ©sth

Um dann daraus eine Kette zu machen, bohren Perlenhändler durch jede Perle vorsichtig ein winziges Loch. Danach sortiert ein Mitarbeiter die Perlen nach Größe.

Anschließend bindet er einen Faden an den Verschluss der Kette. Den Faden fädelt er mit einer ganz feinen Nadel durch die Löcher der Perlen. Zuerst nimmt er eine kleine Perle, dann eine etwas größere und so weiter. Wenn er in der Mitte angekommen ist, nimmt er wieder kleinere Perlen.

Schließlich soll die Perlenkette beim Tragen nicht verrutschen. Und das klappt nur, wenn die größten und schwersten Perlen unten hängen.

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Autorin | Sarah Thust

Zuletzt aktualisiert | 03.01.2018

Auftraggeber | dpa Kindernachrichten

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