Blog Sarah Thust„Außergewöhnlich nette Musiker“ sind Pianist Jon Schmidt, Cellist Steven Sharp Nelson sowie die „Piano Guys“-Produzenten Paul Anderson und Al van der Beek, zumindest sagen das die Angestellten im Tempodrom Berlin. Wer sie selbst kennenlernt, der erfährt schnell noch etwas: Die vier Familienväter aus dem Mormonen-Zentrum Utah (USA) sind auch ehrgeizige Bekehrer. Time to Discover fragt nach, warum Deutschland für The Piano Guys so wichtig ist, wie sie Jesu Christus mit ihren Shows dienen wollen und welche Rolle dabei die Musik noch spielt.

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Tretet ihr oft in Deutschland auf? 

[Steve:] Die meisten unserer Touren fanden in Deutschland statt. Wir lieben es hier, die Fans unterstützen uns und wir haben auf dieser Tour in Deutschland knapp 25.000 Tickets verkauft. Darüber freuen wir uns sehr.

Wir hatten einen unserer ersten internationalen Auftritte in Berlin und das war eine aufregende Zeit für uns. Wir hatten gerade erst angefangen. Zwei Konzerte hintereinander waren ausverkauft und die Deutschen scheinen klassische Musik sehr zu mögen. Zumindest schätzen sie unsere Musik für diese Facette.

Außerdem hat Jon deutsche Wurzeln, seine Eltern kommen aus Hamburg. Es ist witzig, dass er so auch ab und zu Deutsch sprechen kann.

Piano Guys
Al, Paul, Steve & Jon © The Piano Guys

Talent hin oder her: Damit ein Musiker von seinem Hobby leben kann, braucht er verschiedene Fähigkeiten, oder?

[Paul:] Anfangs war es ziemlich einfach… Mit Facebook und Youtube konnte jeder seinen (Kommunikations-)Kanal ausbauen und regelmäßig Videos hochladen. Und damit sich auch jemand für deine Sachen interessiert musstest du auffallen und etwas anders machen. Und da kam die Musik ins Spiel, denn die Arrangements der „Piano Guys“ waren nicht nur aneinander gereihte Töne. Jon und Steve erschaffen ihre ganz eigene Version. Und zuletzt: Wir holen die Instrumente aus den Konzertsälen in die Natur – auf eine steile Klippe, einen fahrenden Zug, springen aus einem Flugzeug, oder konzentrieren uns – wie jetzt – auf die sieben Weltwunder.

Und an diese Mischung habe ich von Anfang an geglaubt. Ich wusste, dass es klappen wird, wenn wir nur regelmäßig neue Videos veröffentlichen. Und das geschah, auch wenn bis dahin einige Wunder passieren mussten…

[Jon:] Ich denke, dass beides eine Rolle spielt. Ich habe viele talentierte Künstler gesehen, die einfach nie den Durchbruch geschafft haben oder sich auf die falschen Dinge zur falschen Zeit konzentrieren. Sie haben nie die richtige Idee, die die Massen erobert. Auch wir haben manchmal keine gute Idee. Dann sagen wir uns: „Hey, was ist los? Wir müssen beten!“ Und genau dann kommt sie auch, die Inspiration. Da wissen wir dann auch, dass es eine gute Idee ist.

[Paul:] Wir haben natürlich auch schlechte Ideen. (lacht) Aber das kurbelt den Denkprozess an. Meistens überlegen wir: „Was ist das Verrückteste, was wir machen können?“ (lacht)

[Al:] Wir glauben jedoch nicht daran, dass das alles ein Zufall war. Wir glauben schon, dass uns Gott zusammengebracht hat. Es kann sich nicht nur um Zufälle handeln… Erst läuft Jon in Pauls Klaviergeschäft und sie beschließen Videos zu machen. Dann spielen Jon und Steve zusammen…

[Steve:] … schon 15 Jahre bevor es die Piano Guys überhaupt gab. Wir sind nicht über Nacht berühmt geworden.

[Al:] Und dann ist Steve in meine Nachbarschaft gezogen und wir haben uns getroffen, haben angefangen gemeinsam Musik zu schreiben und dann hat er mich Jon und Paul vorgestellt… Und hier sitzen wir nun zusammen und das ist unglaublich. (…) Wir alle haben unterschiedliche Fähigkeiten, aber diese Mischung macht unseren Erfolg aus. Gemeinsam sind wir besser und viel stärker. Und dafür beten wir.

[testimonials title=““ testimonials=“‹º›{‹²›content‹²›:‹²›Wir Mormonen sind Jünger Jesu Christi. Wir dienen ihm und verkünden den ewigen Plan, den er für alle Menschen aufgestellt hat.‹²›,‹²›author_avatar‹²›:{‹²›attachment_id‹²›:‹²›1270‹²›,‹²›url‹²›:‹²›//timetodiscover.com/wp-content/uploads/2018/02/TTD_Logo.png‹²›},‹²›author_name‹²›:‹²›Kirche Jesu Christi‹²›,‹²›author_job‹²›:‹²›‹²›,‹²›site_name‹²›:‹²›‹²›,‹²›site_url‹²›:‹²›‹²›}‹¹›“ __fw_editor_shortcodes_id=“cb99dbd1f0d533f38880cebf9b4fd0bf“ _array_keys=“{‹²›testimonials‹²›:‹²›testimonials‹²›}“ _fw_coder=“aggressive“][/testimonials]Was wollt ihr mit eurer Musik erreichen? [Steve:] Als Al und ich zum ersten Mal vor vier Jahren zusammengearbeitet haben, da hatten wir die gleiche Ambition … und das war spirituelle Musik zu erschaffen. Keine religiöse Musik, die ausgrenzt, sondern spirituelle Musik: Sie sollte (…) den Menschen helfen, die sie hören.

Selbst wenn sie nur eine klitzekleine Wirkung hat, dann kann das trotzdem große Veränderungen anstoßen. Unser Leben ist wie ein großer Schneeball. Manchmal ist uns nicht bewusst, dass all die kleinen Dinge beeinflussen, was einmal aus uns wird. Musik ist ein so wesentlicher Bestandteil unseres Lebens, dass wir manchmal ihren Einfluss unterschätzen. Der Soundtrack unseres Lebens hat so einen großen Einfluss auf die Entscheidungen, die wir treffen, die Menschen mit denen wir uns umgeben und die Dinge, die wir tun. (…) Aber in erster Linie wollten wir etwas erschaffen, das irgendwie eine positive Wirkung auf die Welt hat, aber nicht klischeehaft und kitschig, sondern so, dass es für uns, unsere Familien und hoffentlich auch für unser Publikum eine Bedeutung hat. Und wir sind sehr froh und dankbar, dass es Anklang findet.

Manche kritisieren, dass euch die Show wichtiger ist als innovative Kompositionen. Wie reagiert ihr auf solche Anmerkungen? 

[Paul:] Also ich denke… ähm… Ich würde sagen… Wenn manche Menschen unsere Musik nicht mögen, dann ist das toll, aber… (verhalten) 

[Jon:] Sie ist nicht für jeden etwas. 

[Paul:] Es scheint zu wachsen und sehr gut zu funktionieren, also haben wir Spaß und genießen den Erfolg damit. Wie man es auch nennen will, aber ich denke es funktioniert. (kichert)

[Jon:] Ich liebe es (im Internet) Kritiken zu lesen, weißt du, da bekommen wir von 95 Prozent fünf Sterne verliehen. Du kannst sehen, dass sie vom Konzert nachhause gehen und eine Rezension schreiben. Diese Menschen interessieren mich. Wenn aber ein Kritiker zur Show kommt, dann ist er da um zu kritisieren. 

[Steve:] Das ist sein Job!

[Jon:] Das kannst du nicht ernst nehmen, wirklich nicht. Du musst einfach weitermachen.

Wenn jemand Wu Yawen auf dem klassischen Klavier spielen sieht und danach mich in der Show sieht, dann ist klar, dass ich da nicht mithalten kann. Aber solange ich mithalten kann mit Billy Joel oder Yanni – diese Art von Piano-Spielern – bin ich gut genug, weißt du, was ich meine? … Wenn du ein klassischer Künstler sein willst, dann hast du keine Zeit zum Schreiben.

[testimonials title=““ testimonials=“‹º›{‹²›content‹²›:‹²›So sieht der Ausverkauf der Neuen Musik aus: eine Band namens ‹ª›‹²›Piano Guys‹ª›‹²›. (…) Ihre Musik ist so 08/15, so unglaublich durchschnittlich und aalglatt, da eckt man nirgends an. (…) Es geht einfach um das schlechte Gefühl dabei mitansehen zu müssen, wie bestimmte Stilmittel, um die lange gerungen und gekämpft wurde, plötzlich ohne Nachzudenken als billiger Gimmick eingesetzt werden (anstatt sie intuitiv und phantasievoll weiterzuentwickeln, wie es immer das Recht und die Stärke der Popularmusik ist).‹²›,‹²›author_avatar‹²›:{‹²›attachment_id‹²›:‹²›1270‹²›,‹²›url‹²›:‹²›//timetodiscover.com/wp-content/uploads/2018/02/TTD_Logo.png‹²›},‹²›author_name‹²›:‹²›Moritz Eggert‹²›,‹²›author_job‹²›:‹²›Komponist‹²›,‹²›site_name‹²›:‹²›Neue Musikzeitung‹²›,‹²›site_url‹²›:‹²›http://blogs.nmz.de/badblog/2013/03/18/pianoscheiss-mit-piano-guys/‹²›}‹¹›“ __fw_editor_shortcodes_id=“965c2a413d3ab239620e09882bfe4bed“ _array_keys=“{‹²›testimonials‹²›:‹²›testimonials‹²›}“ _fw_coder=“aggressive“][/testimonials]

 

[Steve:] Du hast keine Zeit mehr irgendwas anderes zu tun! (…) Und es, es… Ich bin so dankbar dafür, denn das passt auch überhaupt nicht zu unseren Persönlichkeiten. Ich könnte keine 300 Jahre alte Musik immer und immer wieder spielen und versuchen mit den Talenten da draußen mitzuhalten. Ich habe viel zu viel ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität), das würde nicht funktionieren.Das… unser… Was wir versuchen zu schaffen, ist ein Unterhaltungspaket: ein paar Elemente klassischer Musik, aber nicht nur, sondern auch etwas Pop und technische Tricks. Da geht es ums Gefühl! Und sobald man Gefühle anspricht, werden das die Kritiker immer beanstanden, denn sie haben vielleicht nicht das gleiche empfunden wie ihr Sitznachbar. Aber uns geht es nur darum, authentisch rüberzukommen, nicht darum jemand anderes sein zu wollen. (…)

[Paul:] Eines der Dinge, das viele Menschen nicht verstehen, ist dass wir verschiedene Tonspuren übereinander legen und viele Menschen verstehen nicht, dass wir da ein Piano haben und eine Sinfonie. Und diese Sinfonie besteht eigentlich nur aus einem Typen.

[Jon:] Es gibt keine Sinfonie auf der Welt, die so spielen kann wie Steve … (Pause) spielt, wenn er all diese Tonspuren zusammenlegt und das Endergebnis kann man unmöglich kopieren. (…)

[Al:] Niemand macht, was wir tun und so erfolgreich wie wir es tun. Das ist keine Prahlerei! (unnatürliches, lautes Lachen der Künstler) 

[Steve:] Wie auch immer, damit hast du uns an unserer Schwachstelle getroffen. (lacht) Wir werden am Ende des Tages dafür beten! 

[Paul:] Wir werden beten!

[Jon:] Ja, werden wir.

[Al:] Also vielen Dank für deine Zeit und das Interview! (alle vier lachen, machen Witze und reden durcheinander)

[icon_box style=“fw-iconbox-1″ icon=“fa fa-hand-o-right“ title=“Anmerkung der Autorin“ content=“Vor und nach dem Interview wurde ich mehrmals gefragt, ob ich nicht mehr wissen wolle über die Religion der Mormonen. Die vier Musiker/Produzenten haben mich außerdem (scherzhaft lachend) darauf hingewiesen, dass ihre Kirche derzeit vor allem deutsche Anhänger sucht.“ __fw_editor_shortcodes_id=“03631831b80249868648fcb488dffb6b“ _fw_coder=“aggressive“][/icon_box]

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